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WirtschaftUnternehmerin10.6.2026, 09:52:18

Strukturelle Benachteiligung und Existenzrisiko selbstständiger Frauen bei Schwangerschaft und Geburt

In Deutschland behandelt das Sozialsystem die Schwangerschaft einer selbstständigen Frau nicht als schützenswertes Lebensereignis, sondern als persönliches unternehmerisches Risiko. Während angestellte Frauen durch das Mutterschutzgesetz rechtlich und finanziell lückenlos abgesichert sind, fallen Selbstständige und Gründerinnen in ein Absicherungs-Vakuum: Sie haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschutzfristen oder automatisches Mutterschaftsgeld. Da ein rechtliches Beschäftigungsverbot fehlt, arbeiten viele Schwangere aus purer finanzieller Notwendigkeit bis zur Geburt und direkt danach weiter, was erhebliche gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind birgt. Gleichzeitig laufen die betrieblichen Fixkosten (wie Mieten, Gehälter oder Lizenzen) sowie private Ausgaben ohne Einnahmen ungemindert weiter. Eine Absicherung über teure private oder freiwillige Zusatzversicherungen ist für viele Gründerinnen und Kleinstunternehmerinnen finanziell nicht tragbar oder scheitert an mangelnder Aufklärung. Besonders bei Solo-Selbstständigen führt der Ausfall der Inhaberin oft zum sofortigen Stillstand des Betriebs, zum Verlust von Kunden und im schlimmsten Fall zum Ruin der mühsam aufgebauten Existenz. Diese strukturelle Benachteiligung schreckt gut ausgebildete Frauen vor der Unternehmensgründung ab, verschärft den Fachkräftemangel und schwächt die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft.

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